Schriftenreihe der Abteilung Kulturelles Erbe der Stadt Speyer

„Bil Spira: Künstler, Fälscher, Menschenretter“

Herausgeber: Oliver Bentz,  Inhalt: 68 Seiten, Format 14,8 x 21 cm, Preis: 10 Euro

Der Wiener Zeichner Bil Spira (1913-1999) gehört in die Reihe jener Künstler, deren Leben und Werk durch die unruhigen Zeitläufe im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflußt wurden. Geboren noch in der Habsburger Monarchie am Vorabend des Ersten Weltkrieges, erzielte er gerade erste künstlerische Beachtung und Anerkennung, als das Aufkommen der Nationalsozialisten seine junge Laufbahn jäh abbrechen ließ. Ins französische Exil getrieben, stellte Spira zu Beginn der 1940er Jahre nach dem deutschen Angriff auf Frankreich seine künstlerischen Fähigkeiten in den Dienst der Rettung von den Nazis verfolgter Flüchtlinge, indem er Pässe, Visa und andere Dokumente fälschte, die Exilanten das Entkommen aus dem in Folge der Niederlage Frankreichs zur Menschenfalle gewordenen Süden des Landes ermöglichten. Seine von Spitzeln verratene Fälscherarbeit brachte ihm die Verfolgung durch die Nationalsozialisten und eine Schreckensodyssee durch deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager ein.