Katalog zur Ausstellung

„Das Reichskammergericht und Speyer – Eine Stadt als juristischer Mittelpunkt des Reiches 1527-1689“

Eine Stadt als Juristischer Mittelpunkt des Reiches 1527 – 1689

Herausgeber: Joachim Kemper, Inhalt: 40 Seiten, Format A5, Preis: 11,95 Euro

 

 

 

Speyer als juristischer Mittelpunkt des „Heiligen Römischen Reiches“ in den Jahren 1527 bis 1689: Diesem Thema widmet sich seit dem Sommer 2014 eine neue Dauerausstellung im Altpörtel, dem größten Speyerer Stadtturm und Wahrzeichen der ehemaligen Reichsstadt.
Bis zu seiner Zerstörung 1689 hat Speyer eine bedeutende Rolle im Reich gespielt und davon auch vielfältig profitiert. Das Bewusstsein um die damalige Rolle der Stadt ging im Laufe der Zeit zurück. Erklärtes Ziel der Ausstellung ist es, dieses wenig beachtete Kapitel der Stadtgeschichte zu beleuchten und damit der Erforschung der Speyerer Phase des Reichskammergerichts neue Impulse zu geben.
Der vorliegende Katalog umfasst die Exponate der Ausstellung (mitsamt farbigen Abbildungen) sowie einen einleitenden Beitrag zum Speyerer Reichskammergericht.
Eine Publikation der Abteilung Kulturelles Erbe der Stadt Speyer.

  

Dauerausstellung Reichskammergericht

Seit dem 13. Juni 2014 steht im Speyerer Altpörtel eine Dauerausstellung zur Speyerer Zeit des Reichskammergerichts den Besuchern offen. Neben dem Reichshofrat war das Reichskammergericht zwischen 1495 und 1806 das oberste Berufungsgericht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und hatte von 1527 bis zur Zerstörung der Stadt im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 seinen Sitz im früheren Speyerer Ratshof in der Nähe des Kaiserdoms.

 

Ziel der Ausstellung ist es, mit Hilfe von rund 30 Bildern und Schriftstücken ein bisher recht wenig beachtetes Kapitel der Speyerer Stadtgeschichte zu beleuchten und damit der Erforschung der Speyerer Zeit des Reichskammergerichts einen neuen Impuls zu geben. Nach ihrer Glanzzeit im Mittelalter hat die Reichsstadt als oberster Gerichtsort nämlich weiterhin eine wichtige Rolle im Reich gespielt und davon auch wirtschaftlich profitiert.

Das 1495 auf dem Wormser Reichstag gegründete Reichskammergericht hatte die Aufgabe, ein geregeltes Streitverfahren an die Stelle von Fehden, Gewalt und Krieg zu setzen und hatte damit einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung eines professionalisierten Gerichtswesens in Deutschland. Es war zuständig für Landfriedensbrücke, Klagen in Geldangelegenheiten, Besitzstreitigkeiten sowie für Zivilklagen und – nach der Reformation – für konfessionelle Streitigkeiten.

In der Ausstellung geben Dokumente und Beweismittel wie beispielsweise handgeschriebene „Augenscheinkarten“ sozialgeschichtliche Einblicke ins Deutschland des 16. und 17. Jahrhunderts. So ist etwa eine Flurkarte von Landau zu sehen, die für einen Prozess über Landbesitz zwischen der Stadt Landau und dem Bischof von Speyer aus den Jahren 1568 bis 1579 angefertigt wurde.

Die Dauerausstellung konnte Dank der finanziellen Unterstützung des Lionsclubs Speyer realisiert werden und steht interessierten Besuchern zu den Öffnungszeiten des Altpörtels in der Maximilianstraße offen. Für die nächsten Monate ist zudem die Veröffentlichung eines Ausstellungskataloges geplant, der in der Schriftenreihe des Stadtarchivs erscheinen wird. Außerdem wird die Ausstellung Teil der Speyerer Stadtführungen sein.